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Eisbach (Rhein)
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Der Eisbach, in der Region auch die Eis und am Unterlauf Altbach genannt, ist ein 38 kmcite-ref-wwrlp-3-2[3] langer Bach in der nordöstlichen Pfalz und im SĂŒdosten von Rheinhessen (beide in Rheinland-Pfalz). Er entspringt bei Ramsen im nördlichen PfĂ€lzerwald und flieĂt nach Osten zum Rhein, in den er bei Worms als linker Nebenfluss mĂŒndet. Benachbarte GewĂ€sser sind der Eckbach und die Pfrimm, die sĂŒdlich bzw. nördlich des Eisbachs zum Rhein flieĂen.
Contents
âą Name
âą Geographie
âą Verlauf
âą Einzugsgebiet
âą ZuflĂŒsse
âą Geologie
âą Umwelt
âą GewĂ€ssergĂŒte
âą Geschichte
âą Eistal
âą Worms
âą Kultur
âą Literatur
âą Weblinks
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Name
Erstmals schriftlich erwĂ€hnt wurde die Eis in einer Urkunde des Lorscher Codex aus dem Jahre 766, wo sie Isina heiĂt.cite-ref-ersterw-hnung-4-0[4] Der Name Eis wird von der Namenforschung nicht etwa von dem gleichlautenden Wort fĂŒr gefrorenes Wasser hergeleitet, sondern entweder mit dem Eisenerz in Verbindung gebracht, das frĂŒher in der Region abgebaut wurde, oder auf die germanische Wurzel Ä«s âsich heftig bewegen, eilen, schnell flieĂenâ zurĂŒckgefĂŒhrt. Die Deutung als âEisenbachâ stammt von Ernst Christmanncite-ref-5[5] und wird durch den frĂŒheren Namen Isenberg des Hauptortes Eisenberg gestĂŒtzt. Diese Deutung wird aber von anderen Forschern angezweifelt oder entschieden abgelehnt, weil sie auf einer falschen Wiedergabe des Wortes âIsenaâ im Lorscher Codex, Nr. 820, âIsenadeâ beruhe.cite-ref-6[6] Hans Ramge und Henning Kaufmann halten die Herkunft des Namens von der Wurzel Ä«s fĂŒr möglichcite-ref-7[7] bzw. fĂŒr gegeben.cite-ref-8[8]
Dass die ursprĂŒngliche Eis heute den Namen Eisbach trĂ€gt, geht auf das Königreich Bayern zurĂŒck, zu dem die linksrheinische Pfalz ab 1816 gehörte. Als damals die bayerischen Beamten die Pfalz kartografisch erfassten, wollten sie in Unkenntnis der Namensentstehung deutlich machen, dass die Eis ein Bach sei, der im Winter vereisen könne.cite-ref-keil-9-0[9] Trotzdem hat der alte Name in der Region bis heute ĂŒberdauert, z. B. in der Bezeichnung âMĂŒhlheim an der Eisâ fĂŒr den Ortsteil der Gemeinde Obrigheim.
Geographie
Verlauf
Der stĂ€rkste von sieben QuellbĂ€chen des Eisbachs entspringt am Nordhang der Hohen BĂŒhl (443 m) im nördlichen PfĂ€lzerwald sĂŒdwestlich der Gemeinde Ramsen auf einer Höhe von 283 m ĂŒ. NHN.cite-ref-lanis-q-1-1[1] Nach 1,5 km flieĂt dem GewĂ€sser von links der Hollerbach zu, der mit gut 2 km zwar etwas lĂ€nger ist, aber weniger Wasser fĂŒhrt. Am Zusammenfluss beginnt der 6 Hektar groĂe Stausee Eiswoog. Unterhalb von diesem nimmt der Eisbach beim Weiler Kleehof von rechts den 3,5 km langen Bockbach auf. Hier Ă€ndert sich die zunĂ€chst nördliche FlieĂrichtung nach Nordosten, die nun bis zur MĂŒndung beibehalten wird. AnschlieĂend passiert der Eisbach Ramsen sowie die Kleinstadt Eisenberg. Am unteren Ende von Ebertsheim mĂŒndet von rechts der 5 km lange Seltenbach und wenige Meter abwĂ€rts von links der stĂ€rkste Zufluss, der 10 km lange Rodenbach. Nach Passage des Weilers Quirnheim-Tal und der Gemeinde Mertesheim durchbricht der Eisbach beim GrĂŒnstadter Ortsteil Asselheim den Westrand des Oberrheingrabens und erreicht die Rheinebene. Zwischen Mertesheim und Asselheim gibt es auf beiden Seiten des Tals Felsformationen aus braunem Sandstein, dem sogenannten Kapuzinerstein, der bis ins 20. Jahrhundert hinein abgebaut wurde.
Bei der Durchquerung des Westteils der Ebene durchflieĂt der Eisbach zunĂ€chst die Ortsteile Albsheim, MĂŒhlheim, Colgenstein, dann den Hauptort Obrigheim und schlieĂlich den Weiler Neuoffstein. Dort nimmt er das bei der ZuckerrĂŒbenÂverarbeitung anfallende Wasser des SĂŒdzucker-Werks auf, pro Arbeitstag etwa 350 mÂł. Nach Querung der Grenze zu Rheinhessen folgt Offstein. Dann passiert der Eisbach die sĂŒdwestlichen und sĂŒdlichen Stadtteile der Nibelungenstadt Worms, nĂ€mlich Heppenheim, Wiesoppenheim, Horchheim und Weinsheim.
Am Ablass in Weinsheim zweigt vom Eisbach der Wormser Stadtbach ab. Dieser kĂŒnstlich angelegte Nebenarm, der seit den 1930er Jahren vollstĂ€ndig in Rohren kanalisiert ist, unterquert die L 395 und lĂ€uft dann nördlich am Renolit-Werk vorbei, weiter durch das GelĂ€nde der ehemaligen Heylâschen Lederfabrik an Kirschgartenweg und Speyerer Schlag und entlang der EisbachstraĂe in die Wormser Innenstadt. Bis zum 19. Jahrhundert floss der Stadtbach weitgehend offen durch die Stadt: er wurde neben der Leonhardspforte durch die Stadtmauer gefĂŒhrt, dann floss er durch die Gerbergasse, hinter dem Neumarkt und der MĂŒnze (heute: Stadtbibliothek Worms) vorbei, unter der Dreifaltigkeitskirche hindurch, die FĂ€rbergasse und Zeughausgasse entlang und sĂŒdlich am Stift St. Paulus vorbei, dann am Bettelvogtturm durch die Stadtmauer hindurch und von dort direkt vor der Mauer nach Norden, ohne in den unmittelbar dabei gelegenen Woog einzumĂŒnden. Stattdessen floss der Stadt-Eisbach weiter in nördlicher Richtung bis zur Bachspitze (dort heute die Nibelungen-Schule) und vereinigte sich mit dem GieĂen, der am Neuturm in den Rhein mĂŒndete.cite-ref-reuter-hamman-10-0[10]cite-ref-b-nnen-geschichte-worms-11-0[11]cite-ref-boos-st-dtekultur-3-12-0[12]cite-ref-13[13] Der Stadtbach lĂ€uft seit dem Bau der stĂ€dtischen Kanalisation 1885â1893 unterirdisch.cite-ref-salomon-abwasserbeseitigung-14-0[14]cite-ref-stadtplan-von-worms-15-0[15] Der Woog wurde 1842/43 verfĂŒllt und der GieĂen im Zuge des Hafenbaus 1890â1893 zugeschĂŒttet.
Der Hauptlauf des Eisbachs wird ab Weinsheim âAltbachâ genannt. Auf Höhe der LandesstraĂe 523 (WormsâBobenheim-Roxheim) zweigt vom Altbach nach links der neue MariamĂŒnsterbach ab, der in den 1880er Jahren zwecks Verlegung des alten Maria-MĂŒnster-Bachs angelegt wurde.cite-ref-reuter-hofmann-16-0[16] Der alte Maria-MĂŒnster-Bach war ein Seitenarm des Stadtbachs, zweigte in der Wormser Vorstadt bei der Michaelskirche von diesem ab und zog zum Maria-MĂŒnster-Kloster, wo er durch eine Wasserpforte der Stadtmauer lief und vor der Mauer weiter nach Norden zum Woog floss, in den er mĂŒndete.cite-ref-17[17]
Nach der Abzweigung des MariamĂŒnsterbachs durchflieĂt der Altbach sĂŒdlich des Wormser Stadtzentrums die Gemarkung BĂŒrgerweide, ehe er an der SĂŒdspitze des FloĂhafens auf 88 m Höhecite-ref-lanis-m-2-1[2] in den Oberrhein mĂŒndet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mĂŒndete der Altbach sĂŒdlich von Worms in den GieĂen.cite-ref-18[18]
Der Höhenunterschied von 195 m zwischen Quelle und MĂŒndung bewirkt, bezogen auf die GewĂ€sserlĂ€nge von 38,2 km, ein mittleres SohlgefĂ€lle von 5,1 â°.
Einzugsgebiet
Es grenzt:
âą im SĂŒden an das des Rheinzuflusses Eckbach
âą im SĂŒdwesten an das des Hochspeyerbachs, einem Nebenfluss des Speyerbachs, der in den Rhein mĂŒndet
âą im Westen an das des Nahezuflusses Alsenz
âą im Norden an das der Pfrimm, die ebenfalls in den Rhein mĂŒndet
Die höchste Erhebung ist die Hohe BĂŒhl mit 443,6 m Höhe im SĂŒdwesten des Einzugsgebiets.
ZuflĂŒsse
Folgende ZuflĂŒsse des Eisbachs sind mit FlieĂgewĂ€sserkennziffer erfasst:cite-ref-wwrlp-3-3[3]
| Name | Seite | LĂ€nge [km] | EZG [kmÂČ] | MĂŒndung auf km [ 19 ] | MĂŒndungsort | GKZ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hollerbach | links | 1,99 | 2,97 | 0 1,36 | | 23918-12 |
| Habersbach | links | 0,95 | 1,14 | 0 2,57 | | 23918-132 |
| Bockbach | rechts | 3,36 | 5,09 | 0 3,52 | oberhalb Ramsens | 23918-14 |
| Abttalbach | links | 1,64 | 2,39 | 0 3,63 | | 23918-16 |
| Erbsbach (Bach am Lehrberg) | links | 0,79 | 0,83 | 0 4,24 | | 23918-18 |
| Ellenbach | links | 2,61 | 5,46 | 0 5,04 | Ramsen | 23918-2 |
| Rehbach | rechts | 1,32 | 1,23 | 0 6,00 | Ramsen | 23918-312 |
| Diebskellerbach | rechts | 2,55 | 1,72 | 0 6,92 | unmittelbar unterhalb Ramsens | 23918-32 |
| MĂŒhlgraben | links | 0,39 | 0,10 | 12,68 | Eisenberg (-Ost) | 23918-392 |
| Seltenbach | rechts | 5,41 | 15,83 0 | 14,48 | unmittelbar unterhalb Ebertsheims | 23918-4 |
| Rodenbach | links | 8,84 | 42,84 0 | 14,55 | unmittelbar unterhalb Ebertsheims | 23918-6 |
| Quirnheimer Bach | links | 2,34 | 2,37 | 14,81 | unmittelbar unterhalb Ebertsheims | 23918-72 |
| Papiergraben | links | 0,42 | 0,14 | 16,17 | Mertesheim | 23918-7912 |
| KĂŒtzelsborn | links | 0,86 | 1,37 | 18,70 | Asselheim | 23918-792 |
| KrausmĂŒhlgraben | links | 0,92 | 0,40 | 19,72 | unterhalb Asselheims | 23918-7992 |
| Reisbach | links | 2,51 | 12,04 0 | 25,51 | Offstein | 23918-8 |
| Eisgraben | rechts | 0,29 | 0,15 | 30,08 | Worms-Wiesoppenheim | 23918-932 |
Geologie
Die Ă€ltesten Spuren der Eis sind Ablagerungen roter Feinsande, die bei Monsheim gefunden wurden. Es handelt sich um verwitterten Buntsandstein der Haardt, der vermutlich im Mindel I-Glazial von einem langsam flieĂenden GewĂ€sser, wahrscheinlich dem frĂŒhesten VorlĂ€ufer der Eis, abtransportiert und als Flussterrasse sedimentiert wurde.cite-ref-weiler-diluvium-20-0[20] Die Eisbach-Terrassen sind geologisch bisher nicht umfassend untersucht worden. Die relative Abfolge der Terrassen ist weitgehend geklĂ€rt, aber ihre zeitliche Einordnung ist nur teilweise gesichert.cite-ref-scharpff-21-0[21]
| Die pleistozÀnen Terrassen des Eisbachs nach Garst [ 22 ] | Die pleistozÀnen Terrassen des Eisbachs nach Garst [ 22 ] | Die pleistozÀnen Terrassen des Eisbachs nach Garst [ 22 ] | Die pleistozÀnen Terrassen des Eisbachs nach Garst [ 22 ] |
|---|---|---|---|
| Terrassenstufe | Niveau ĂŒber Eis-Talsohle | Zeitliche Zuordnung | Vorkommen der Terrassenstufe |
| Niederterrasse | ca. 4â6 m | Jungdiluvium | Beginnt erst östlich von Heppenheim , östlich von Horchheim als breiter Schuttkegel bis in die Stadt Worms |
| JĂŒngere Talwegterrasse | ca. 10 m | Jungdiluvium [ 23 ] | Bei Albsheim , Colgenstein-Heidesheim , Obrigheim , zwischen Heppenheim und Horchheim |
| Ăltere Talwegterrasse | ca. 20 m | Mitteldiluvium | Bei MĂŒhlheim , Albsheim und Colgenstein-Heidesheim auf der Ebene zwischen Heppenheim und GroĂniedesheim |
| JĂŒngere Hochterrasse | ca. 35â40 m | Altdiluvium | Bei Kerzenheim und Ebertsheim |
| Ăltere Hochterrasse | ca. 50â60 m | Altdiluvium | Unterste Teile der Schotterterrassen bei Stauf , Hertlingshausen , Hettenleidelheim , Wattenheim und Tiefenthal , sowie bei Eisenberg |
| JĂŒngere Hauptterrasse | ca. 70 â 120 m | Altdiluvium, bei Monsheim : Mindel I-Glazial [ 20 ] | Obere Teile der Schotterterrassen bei Stauf , Hertlingshausen , Hettenleidelheim , Wattenheim und Tiefenthal . AuĂerdem in verschiedenen Höhen bei Monsheim , Abenheim und Osthofen |
Der Eisbach-VorlĂ€ufer der Hauptterrassen-Zeit floss noch in nordöstlicher Richtung.cite-ref-weiler-diluvium-20-2[20] Die Hochterrassen sind bereits Talrandablagerungen, aber erst die Talwegterrassen stehen mit dem heutigen Lauf der Eis in enger Beziehung. In der Zeit der Ă€lteren Talwegterrasse floss der Bach ab Colgenstein-Heidesheim sĂŒdlich seines heutigen Bettes direkt nach Osten.cite-ref-24[24] Seit der jĂŒngeren Talwegterrasse nimmt die Eis ungefĂ€hr ihren heutigen Verlauf. Zu Beginn des HolozĂ€ns haben sich die Abflussmengen des Eisbachs erheblich verringert.cite-ref-25[25]
Umwelt
FlieĂgewĂ€ssertyp
Aufgrund der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden die FlieĂgewĂ€sser in Deutschland biozönotischen FlieĂgewĂ€ssertypen zugeordnet.cite-ref-26[26] Der Oberlauf des Eisbachs ist bis zur EinmĂŒndung von Seltenbach und Rodenbach bei Ebertsheim ein feinmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach (FlieĂgewĂ€ssertyp 5.1). Unterhalb von Ebertsheim ist der Eisbach ein karbonatischer, fein- bis grobmaterialreicher Mittelgebirgsfluss (FlieĂgewĂ€ssertyp 9.1).cite-ref-27[27]
GewĂ€ssergĂŒte
Die WasserqualitĂ€t des Eisbachs wurde seit 1990 in biologischen GewĂ€ssergĂŒtekarten der Bund/LĂ€nder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) dokumentiert. 1990 war der Oberlauf des Eisbachs bis Ramsen mit GĂŒteklasse I-II (gering belastet) bewertet, von Ramsen bis Asselheim mit GĂŒteklasse IIâIII (kritisch belastet) und von Asselheim bis zur MĂŒndung nur noch mit GĂŒteklasse III (stark verschmutzt), wobei die AbwĂ€sser der Zuckerfabrik in Neuoffstein besonders belastend wirkten.cite-ref-28[28]
Bis 1995 kam es im Bereich Obrigheim-Offstein zu einer weiteren Verschlechterung auf GĂŒteklasse IIIâIV (sehr stark verschmutzt).cite-ref-29[29] Die starke Verschmutzung im Bereich Eisenberg durch Einleitung gewerblich-industrieller AbwĂ€sser konnte nach 1995 beendet werden. Im besonders belasteten Bereich Obrigheim-Offstein wurde im Zeitraum 1995â2000 eine deutliche Steigerung der WasserqualitĂ€t auf GĂŒteklasse IIâIII erreicht durch Sanierung der KlĂ€ranlage Obrigheim und durch verbesserte Ammonium-Eliminierung in den Abwasseranlagen der Zuckerfabrik Offstein.cite-ref-30[30]
Geschichte
Das mittlere Eisbachtal wurde bereits in der Altsteinzeit von eiszeitlichen JĂ€gern und Sammlern besucht. Dies belegen Steinwerkzeuge aus der Mittelsteinzeit, die in Asselheim entdeckt wurden. Weitere Funde aus Asselheim stammen aus der Jungsteinzeit.cite-ref-rosendahl-steinzeit-31-0[31] Aber erst seit der Bevölkerungsexplosion der Jungsteinzeit ist mit der dauernden Anwesenheit von Menschen im Eisbachtal zu rechnen. Jungsteinzeitliche Ansiedlungen bestanden am Wormser Adlerberg, in Weinsheim, Horchheim, Wiesoppenheim, Albsheim und Asselheim.cite-ref-illert-siedlungsbild-32-0[32]cite-ref-sperber-33-0[33]cite-ref-heide-zeeb-lanz-34-0[34]cite-ref-leser-rheinhessen-35-0[35] Der Wormser Adlerberg ist eine kleine vom Eisbach aufgeschĂŒttete Erhebung, mit der die hochwassersicheren HöhenzĂŒge direkt an das Rheinufer heranreichen. Dieselbe gĂŒnstige Lage bieten in Worms der Domberg und die Rheingewann, ein Schuttkegel an der Pfrimm-MĂŒndung. Diese BrĂŒckenköpfe boten eine bevorzugte Möglichkeit zum Ăberqueren des Flusses. Die TĂ€ler von Pfrimm und Eis bilden natĂŒrliche Korridore durch das Bergland und waren daher schon in vorgeschichtlicher Zeit wichtige Ost-West-Verbindungen vom Rhein durch die Kaiserslauterer Senke nach Gallien. Dieser verkehrsgĂŒnstigen Lage verdankt Worms seine Entstehung. âVon allen BĂ€chen, die sĂŒdlich und nördlich von Worms in den Rhein mĂŒnden, haben nur die Pfrimm und die Eis eine gröĂere Bedeutung, da sie das einzige siedlungsfreundliche Hochufer des Rheintieflandes bildeten.âcite-ref-36[36] Obwohl der Fernhandel in der Bronzezeit einen bedeutenden Aufschwung nahm,cite-ref-37[37] gibt es kaum bronzezeitliche Funde aus dem oberen Eistal. In der Eisenzeit war auch das obere Eistal besiedelt.cite-ref-38[38]cite-ref-lenz-bernhard-eisenzeit-39-0[39] SpĂ€testens in römischer Zeit wurde mit der Eisengewinnung im Gebiet von Ramsen und der Eisenverarbeitung in Eisenberg begonnen. In Eisenberg entstand ein Vicus mit dem Charakter einer kleinstĂ€dtischen Industriesiedlung.cite-ref-bernhard-u-a-eisenberg-40-0[40]cite-ref-bernhard-art-eisenberg-41-0[41]cite-ref-graf-eisenberg-42-0[42] Der wichtige Fernweg durch das Eisbachtal wurde in der Römerzeit befestigt, war aber wohl nur eine RömerstraĂe zweiter Ordnung.cite-ref-berger-alte-wege-43-0[43]cite-ref-44[44] In Eisenberg gab es eine Benefiziarierstation, was die Bedeutung der StraĂe unterstreicht.cite-ref-45[45] Der Weg entlang der Pfrimm war aber zu allen Zeiten wichtiger als der durchs Eistal.cite-ref-46[46] In der Römerzeit entstanden in den TĂ€lern von Eis und Pfrimm zahlreiche römische Gutshöfe, die sich in relativ dichter Folge aneinanderreihten.cite-ref-bernhard-r-merzeit-47-0[47] In der zweiten HĂ€lfte des 5. Jahrhunderts endete die römische Herrschaft. Die frĂ€nkische Besiedlung des Eistals setzt bereits am Ende des 5. Jahrhunderts ein. Fast alle heutigen Eisbach-Orte gehen zurĂŒck auf frĂ€nkische Siedlungen, die zwischen dem ausgehenden 5. Jahrhundert und dem 8. Jahrhundert gegrĂŒndet wurden. Eine zentrale Rolle bei der Besiedlung spielte dabei die StraĂe von Metz ĂŒber Kaiserslautern durch das Eistal nach Worms.cite-ref-fesser-48-0[48]cite-ref-koch-hinterland-von-worms-49-0[49] Diese StraĂe gewann in der Merowingerzeit noch an Bedeutung, weil sie Metz, die Hauptstadt des östlichen Reichsteiles Austrasien, mit dem Oberrheingebiet verband. Der Zielort Worms diente in den Sachsenkriegen Karls des GroĂen als Sammelort fĂŒr die StreitkrĂ€fte, weil dort nahe bei der Pfalz ausreichende Lager- und Versorgungsmöglichkeiten fĂŒr gewaltige Heere bestanden.cite-ref-uhrig-pfalz-worms-50-0[50]cite-ref-staab-pfalz-im-ma-51-0[51]
Die Wasserkraft des Eisbachs wurde bereits im Mittelalter genutzt, um MĂŒhlen anzutreiben, so die PapiermĂŒhle in Quirnheim-Tal, die KrauĂmĂŒhle und die SchiffermĂŒhle in Albsheim oder die StegmĂŒhle in Offstein.cite-ref-gwb-2012-02-16-52-0[52] Die erste ErwĂ€hnung einer MĂŒhle am Eisbach stammt aus dem Jahr 766.cite-ref-ersterw-hnung-4-1[4] Aber bereits in römischer Zeit waren WassermĂŒhlen bekannt und wurden auch in den germanischen Provinzen genutzt.cite-ref-weber-m-hlen-53-0[53] Am Eisbach gab es zahlreiche MĂŒhlen.cite-ref-54[54] Vor der Stadtzerstörung 1689 trieb der Bach allein in Worms elf WassermĂŒhlen und eine Wegstunde von Worms bachaufwĂ€rts weitere neunzehn MĂŒhlen.cite-ref-55[55] Der Eisbach war durch seine recht gleichmĂ€Ăige WasserfĂŒhrung fĂŒr den Betrieb von WassermĂŒhlen gut geeignet. Auch in lĂ€ngeren Trockenperioden hatte die Eis, im Unterschied zur nördlich benachbarten Pfrimm, ausreichend Wasser.cite-ref-pf-lzer-zeitung-1857-02-04-56-0[56]
Auf den Eisbach-Wiesen bei Heppenheim lagerte im 13. Jahrhundert zwei Mal ein König mit seinem Heer. Kg. Konrad IV. schlug hier im August 1250 nach dem Kampf gegen Wilhelm von Holland fĂŒr sechs Tage sein Feldlager auf.cite-ref-57[57]cite-ref-boos-st-dtekultur-1-58-0[58] Etwa fĂŒnfzig Jahre spĂ€ter im Thronstreit zwischen König Adolf von Nassau und Herzog Albrecht von Ăsterreich fiel die Entscheidung in der Schlacht bei Göllheim. Unmittelbar vor der Schlacht lagerte König Adolf mehrere Tage bis zum 1. Juli 1298 mit seinem Ritterheer bei Heppenheim und Wiesoppenheim.cite-ref-59[59] Dort fand er fĂŒr seine Streitmacht, die auf etwa 5.000 Mann â vorwiegend Reiter â geschĂ€tzt wird,cite-ref-60[60] auf den Wiesen am Eisbach ausreichende WeideflĂ€chen. Die Wimpfener Chronik erwĂ€hnt ausdrĂŒcklich die ĂŒppige Wiese bei Heppenheim.cite-ref-61[61] Nachdem König Adolf am 2. Juli 1298 in der Schlacht bei Göllheim gefallen war, verwehrte ihm der Sieger Albrecht von Ăsterreich das BegrĂ€bnis im Speyerer Dom. Deshalb wurde Adolfs Leichnam zunĂ€chst im Zisterzienserinnenkloster Rosenthal bestattet, das links des Eisbachs an dessen Zufluss Rodenbach lag. Erst im Jahr 1309 erfolgte die ĂberfĂŒhrung des Sarges nach Speyer. Im Dom wurde Adolf dann neben seinem vormaligen Rivalen Albrecht beigesetzt, der 1308 durch den eigenen Neffen ermordet worden war.
FĂŒr die Stadt Worms war der Stadt-Eisbach von groĂer Bedeutung, nicht so sehr wegen des Trinkwassers â dafĂŒr gab es in der Stadt viele Brunnen â, sondern wegen des Brauchwassers, das von den MĂŒhlen, Gerbereien und FĂ€rbereien in der Stadt benötigt wurde. Ob der Stadtbach bereits aus römischer Zeit stammt oder erst im Mittelalter vom ursprĂŒnglichen Eisbach-Lauf abgeleitet wurde, ist bis heute nicht geklĂ€rt.cite-ref-62[62] Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage des Stadtbachs wahlweise Karl dem GroĂencite-ref-lange-geschichte-worms-63-0[63] oder der Wormser Kirche zugeschrieben.cite-ref-64[64] Erstmals erwĂ€hnt wurde der Stadtbach im Jahre 1016, als Bischof Burchard drei MĂŒhlen bei St.Paulus verschenktecite-ref-65[65] Direkt am Eisbach, an der römischen Stadtmauer zur Rheinseite hincite-ref-gr-newald-stadtmauern-66-0[66], lag die Burg der Salier-Herzöge von Worms, die 1002 abgerissen wurde, um das St. Paulusstift an derselben Stelle zu errichten.cite-ref-schwarzmaier-von-speyer-nach-rom-67-0[67]cite-ref-gr-newald-salier-68-0[68] Die Burg, âeine der Ă€ltesten im rheinhessisch-pfĂ€lzischen Raumâ, soll sehr stark befestigt gewesen sein.cite-ref-pf-lz-burgenlexikon-69-0[69] Von daher ist die Vermutung naheliegend, es habe sich um eine Wasserburg gehandelt.cite-ref-classen-pfalzenforschung-70-0[70] Allerdings kann es auf der Ostseite der Burg keinen Wassergraben gegeben haben.cite-ref-gr-newald-vogt-71-0[71] Auf dem Areal der Burg befand sich vorher eine spĂ€trömische Befestigung aus dem 4. Jahrhundert, vermutlich ein Kastell evtl. zum Schutz des vielleicht dort vor der Mauer befindlichen römischen Hafens.cite-ref-72[72]cite-ref-gr-nwald-vogt-73-0[73] Die Hoheitsrechte ĂŒber den Stadtbach lagen im hohen Mittelalter beim Bischof. Ende des 12. Jahrhunderts war der Stadtbach zu je einem Drittel Eigentum der Stifte St.Paul, St.Martin und von einigen Wormser BĂŒrgern, die irgendwann zwischen 1198 und 1217 ihr Drittel an das Kloster NonnenmĂŒnster (d. i. Maria-MĂŒnster) verkauften.cite-ref-74[74] Die Stadtgemeinde versuchte im 14. Jahrhundert die alleinigen Rechte am Eisbach zu erlangen und erwirkte 1315 ein Privileg Kg. Ludwigs des Bayern, das das Ableiten des in die Stadt flieĂenden Bachs unter schwere Strafe stellte.cite-ref-75[75] 1381 erlangte die Stadt von Kg.Wenzel ein weiteres Privileg, durch das die Stadt das Recht erhielt, ĂŒber die BĂ€che, die durch die Stadt und ihre VorstĂ€dte flossen, frei verfĂŒgen zu können.cite-ref-76[76] Wenn die Stadt sich in ihrer Nutzung des Eisbach-Wassers beeintrĂ€chtigt sah, ging man sogar mit Gewalt gegen Oberlieger am Eisbach vor. 1443 zerstörten die Wormser z. B. den Wassergraben in Heppenheim.cite-ref-77[77] Das Abgraben des Stadtbachs war fĂŒr Widersacher ein probates Mittel, um der Stadt zu schaden. Im Streit zwischen KurfĂŒrst Philipp und Worms wurde 1483 der Eisbach abgegraben,cite-ref-78[78] ebenso lieĂ Franz von Sickingen 1516 bei seiner Belagerung von Worms den Stadtbach ableiten.cite-ref-zornsche-chronik-79-0[79] Auch die Horchheimer haben mehrmals bei Streitigkeiten den Eisbach abgegraben.cite-ref-schmitt-1910-80-0[80]
Von den Dörfern am Eisbach betrieb besonders Heppenheim einen ausgedehnten Wasserbau. Im Gemeindeweistum von 1602 heiĂt es, Heppenheim dĂŒrfe zwischen St. Georg (23. April) und St.BartholomĂ€us (24. August) den Eisbach 24 Stunden stauen und auf die Dorf-Allmende leiten. Auf diese Weise wurden bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Heppenheimer Wiesen und ObstgĂ€rten bewĂ€ssert.cite-ref-schmitt-heppenheim-81-0[81] Das Dorf, eines der gröĂten im Eisbachtal, wurde im Westen, Norden und Osten von einem Dorfgraben geschĂŒtzt, der aus dem im SĂŒden an Heppenheim vorbeiflieĂenden Eisbach gespeist wurde. In der Mitte der HauptstraĂe verlief ein Graben, durch den das Dorf mit Frischwasser versorgt wurde. 1840 wurde die Rinne aufgeteilt und an die StraĂenseiten verlegt. Die WasserlĂ€ufe an der HauptstraĂe (heute: PfĂ€lzer WaldstraĂe und Wormser LandstraĂe) wurden erst 1979 bei der EinfĂŒhrung der Kanalisation entfernt. ZusĂ€tzlich gab es fĂŒr die MĂŒhlen in Heppenheim zwei MĂŒhlgrĂ€ben. Der Eisbach gabelte sich auf der Höhe von Heppenheim in zwei Arme, den Hauptlauf und die sĂŒdlich davon flieĂende âkleine Bachâ. Kurz hinter dem Dorf vereinigten sich beide BĂ€che wieder. Etwas unterhalb von Heppenheim teilte sich der Eisbach erneut in einen sĂŒdlichen Eisbach-Hauptarm, der ĂŒber WeidenmĂŒhle und Weidegut nach Wiesoppenheim lief und den nördlich verlaufenden âWeidbachâ.cite-ref-kropp-heppenheim-82-0[82] Bei der Eisbach-Regulierung in den 1930er Jahren wurde der Eisbach bei Wiesoppenheim aus dem Dorf hinaus nach Norden in das Bett des Weidbachs verlegt.cite-ref-1200-jahre-wiesoppenheim-83-0[83]
Im Eisbach gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Fische und Krebse. Die AbwĂ€sser von Industriebetrieben wie der Zuckerfabrik in Offstein dezimierten die BestĂ€nde seit den 1880er Jahren, bis sie schlieĂlich völlig ausgelöscht waren. Weitere Verschmutzer waren damals die Tonwarenfabrik in Offstein und das Kaffee-Essenz-Werk Pfeiffer & Diller in Horchheim.cite-ref-dosch-84-0[84]
Die Eisbachauen in den Gemarkungen Heppenheim, Wiesoppenheim, Horchheim und Weinsheim wurden 1990 zum Landschaftsschutzgebiet erklÀrt.cite-ref-85[85]
Ende 2011 wurde die Renaturierung des Bachs zwischen Ebertsheim und Offstein in Angriff genommen.cite-ref-gwb-2012-02-16-52-1[52] Ziel ist, den Wasserlauf wieder fĂŒr Fische und andere Wasserlebewesen passierbar zu machen und so die Wasser-Rahmenrichtlinie der EU umzusetzen. Ein GroĂteil der rund 30 Wehre und Staustufen, von denen die meisten in diesem etwa 12 km langen Bachabschnitt zu finden sind, wird zurĂŒckgebaut. Wo es möglich ist, werden MĂ€ander wiederhergestellt; wo sich die Begradigung nicht rĂŒckgĂ€ngig machen lĂ€sst, fördern ins Bachbett eingebrachte BetonwĂŒrfel mit einer KantenlĂ€nge von etwa 50 cm die Ablagerung von Geschiebe, damit die FlieĂgeschwindigkeit des Wassers sinkt.cite-ref-gwb-2012-02-16-52-2[52]
SehenswĂŒrdigkeiten und Bauwerke
Eistal
Eiswoog
SĂŒdwestlich der Gemeinde Ramsen ist der Eisbach zum Eiswoog aufgestaut. Auf der Staumauer steht ein Hotel-Restaurant, unterhalb liegen bewirtschaftete Fischteiche. Rund um den See fĂŒhrt ein 3 km langer Wanderweg. Im Eiswoog selbst kommen Forellen, Barsche, Hechte und Saiblinge vor. Da sich das GewĂ€sser in Privatbesitz befindet, ist das Angeln verboten. Am See nistet der streng geschĂŒtzte Eisvogel; der in Deutschland sehr seltene SteinschmĂ€tzer, 2008 auf die Rote Liste gefĂ€hrdeter Arten gesetzt, wurde als Durchzieher registriert.cite-ref-86[86]
EisenbahnbrĂŒcken
Technische SehenswĂŒrdigkeiten des Eistals sind die BrĂŒckenbauwerke der regionalen Eistalbahn:
âą Der Eistalviadukt, 1932 fertiggestellt und bis 1988 in Betrieb, besitzt eine Höhe von 35 m und ist mit 250 m LĂ€nge die lĂ€ngste EisenbahnbrĂŒcke der Pfalz.
âą Die BockbachtalbrĂŒcke ĂŒber den Bockbach wurde fĂŒr 375.000 RM erbaut und ist 28,50 m hoch und 170 m lang.
âą Die DreibrunnertalbrĂŒcke, fĂŒr 245.000 RM erbaut, ist 23 m hoch und wurde mit einem einzigen Bogen ohne Zwischenpfeiler konstruiert.
Stumpfwaldbahn
Die Stumpfwaldbahn, eine museale Schmalspurbahn (600 mm) mit offenen Wagen, verkehrt zu bestimmten Zeiten als Touristenattraktion zwischen Ramsen und dem Eiswoog. Besonders begehrt ist die Teilnahme an den nÀchtlichen Fackelfahrten.
Die âUnverwesliche Handâ
In der protestantischen Kirche von Eisenberg wird in einem Schaukasten die sogenannte âUnverwesliche Handâ gezeigt, ĂŒber die eine Sage um einen Meineid erzĂ€hlt wird.
Erdekaut
Die Erlebnislandschaft Erdekaut zwischen Eisenberg und Hettenleidelheim ist ein Landschaftsschutzgebiet auf der Basis aufgelassener Tongruben. Im zentral gelegenen historischen GebÀude der einzigen erhaltenen Grube Riegelstein wird ein Bergbaumuseum betrieben.cite-ref-der-takt-87-0[87]
Aktionstag
Jedes Jahr Anfang Oktober, in der Regel zum Tag der Deutschen Einheit, fĂŒhrt der Aktionstag âAutofreies Eistalâ zahlreiche Besucher in die Region. Dabei wird die LandesstraĂe 395, die von GrĂŒnstadt-Asselheim durchs Eistal nach Enkenbach fĂŒhrt, einen Sonntag lang fĂŒr jeglichen Kraftverkehr gesperrt und steht ausschlieĂlich fĂŒr FuĂgĂ€nger, in der Regel Wanderer, sowie Radfahrer und Inlineskater zur VerfĂŒgung.
Worms
Die ehemalige Reichs- und Bischofsstadt Worms an der EisbachmĂŒndung ist als keltisches Borbetomagus möglicherweise die Ă€lteste stĂ€dtische Siedlung Deutschlands. Die Stadt beeindruckt durch ihre mittelalterliche Vergangenheit. Sehenswert sind z. B. der im 12. Jahrhundert errichtete romanische Dom St. Peter, die Stadtmauer, die Synagoge, der aus dem 11. Jahrhundert stammende Heilige Sand als vermutlich Ă€ltester Judenfriedhof Europas, der Rathausturm und die NibelungenbrĂŒcke. Bedeutendstes historisches Ereignis war der Auftritt Martin Luthers beim Reichstag 1521.
Kultur
Ein literarisches PortrĂ€t des Eisbachs stammt von dem pfĂ€lzischen Schriftsteller Willi Gutting. Dem Bachlauf folgend schildert es die Landschaften des Eistals und erzĂ€hlt aus Geschichte und Sagen. Guttings Lebenslauf der Eis schlieĂt mit den kraftvollen Worten: âDie Eis, von dem wachsenden Worms bedrĂ€ngt und angesichts der unzerstörbaren Silhouette des Domes, erreicht sĂŒdlich der RheinbrĂŒcke den Strom und versinkt in seinen Tiefen wie einstmals der Schatz der Nibelungen.âcite-ref-88[88]
Literatur
âą Willi Gutting: Die Eis. In: Willi Gutting (Hrsg.): LebenslĂ€ufe pfĂ€lzischer BĂ€che. 2. Auflage. Arbogast, Otterbach und Kaiserslautern 1982, S. 125â133.
âą Georg SpieĂ: Der Eiswoog im Wandel der Zeiten. In: NordpfĂ€lzer Geschichtsverein (Hrsg.): NordpfĂ€lzer GeschichtsblĂ€tter. Jahrgang 82. Rockenhausen 2002, S. 49â53.
Weblinks
âą Bachpatenschaft fĂŒr den Eisbach. BUND, Kreisgruppe Worms
âą Pegel Wiesoppenheim 2 / Eisbach â Landesamt fĂŒr Umwelt Rheinland-Pfalz
Einzelnachweise und Anmerkungen
cite-note-lanis-q-11. Höhe und Lage der Eisbachquelle auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 7. Februar 2021.
cite-note-lanis-m-22. Höhe und Lage der EisbachmĂŒndung auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 7. Februar 2021.
cite-note-wwrlp-33. GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
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cite-note-55. â Ernst Christmann: Die Siedlungsnamen der Pfalz. 2. Auflage. Band 1. Speyer 1968, S. 133.
cite-note-66. â Christmann benutzte die hier fehlerhafte Edition der Urkunde Codex Laureshamensis, Nr. 820, durch Heinrich Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Band 1, Berlin 1886, S. 4, Nr. 7. Die Ausgabe von Karl Glöckner: Codex Laureshamensis, Band 2, Teil 1, Darmstadt 1933, S. 244 literature.at bringt die korrekte Schreibung. Vgl. Hans Ramge: Die Siedlungs- und Flurnamen des Stadt- und Landkreises Worms, Giessen 1979 (S. 312 f.), der die Deutung Christmanns fĂŒr ânicht unanfechtbarâ (S. 313) hĂ€lt, und Henning Kaufmann: Der Eisbach (die Eis) und der Siedlungsname Eisenberg, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Band 73, 1976, S. 175â177, der sie als unhaltbar ablehnt.
cite-note-77. â Ramge, S. 313.
cite-note-88. â Kaufmann, S. 175 f.
cite-note-keil-99. â Albert H. Keil: Bayerisches âSpracherbeâ in der Pfalz. Verlag PfalzMundArt, abgerufen am 7. Februar 2021.
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cite-note-191. Mit km sind die Eisbach-Kilometer flussabwÀrts ab der Quelle gemeint.
cite-note-weiler-diluvium-2020. â Wilhelm Weiler: PliozĂ€n und Diluvium im sĂŒdlichen Rheinhessen. II. Teil. Das Diluvium. In: Notizblatt des Hessischen Landesamtes fĂŒr Bodenforschung. Jahrgang 81. Wiesbaden 1953, S. 206â235. darin: S. 209 f. und 234.
cite-note-scharpff-2121. â Hans-JĂŒrgen Scharpff: ErlĂ€uterungen zur Geologischen Karte von Hessen, 1:25.000, Blatt-Nr. 6316 Worms. Wiesbaden 1977, S. 21 f.
cite-note-garst-diluvium-222. Ernst Garst: Das Diluvium im sĂŒdlichen Rheinhessen und in der Rheinpfalz. In: Bericht der Oberhessischen Gesellschaft fĂŒr Natur- und Heilkunde. Naturwiss. Abt. NF 17. Giessen 1936, S. 147â195. darin S. 150â159, 163â165, 170â180. BeigefĂŒgt ist eine Karte der Terrassen von Pfrimm, Eis, Eckbach und Isenach.
cite-note-weiler-pfrimm-233. FĂŒr die Pfrimm wurden die jĂŒngeren Talweg-Terrassen der WĂŒrm-Eiszeit zugewiesen: Wilhelm Weiler: Die diluvialen Terrassen der Pfrimm mit einem Anhang ĂŒber altdiluviale SĂ€uger aus der Umgebung von Worms. In: Notizblatt des Vereins fĂŒr Erdkunde und der Hessischen Geologischen Landesanstalt. Folge 5 Jahrgang 13. Darmstadt 1931, S. 124â145. , darin: S. 144. BeigefĂŒgt ist als Tafel 14 eine Karte der Pfrimmterrassen östlich von Wachenheim und der Eisterrassen östlich von Heppenheim.
cite-note-2424. â Garst, S. 165.
cite-note-2525. â Scharpff, S. 80 f.
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